Kandy – die letzte Hauptstadt der Singhalesen

Kandy. Ein kurzer, natürlich von unserem Guide geplanter Zwischenstopp in dem kleinen Ort Matale gibt uns die Gelegenheit, den ca. 300 Jahre alten, größten Hindutempel Sri Lankas zu besichtigen. Der turmartige Gebäudeteil ist außen mit einer unzählbaren Menge –  es sollen über 1000 sein ­– Götterskulpturen und im Innenraum mit bunten Wandmalereien verziert. Ein für uns ungewohnter aber interessanter Anblick. Die Region ist zudem bekannt für ihre ausgedehnten Plantagen mit Kautschuk, Zimt, Pfeffer, Chilis, Tee, Reis und Gemüse. Wir besuchen also mal eben einen Gewürzgarten, um noch ein wenig über den Anbau zu lernen. In Kandy treffen wir am späten Nachmittag ein, machen uns frisch und starten zur „Abendveranstaltung“.

Das von Hindus und Buddhisten gemeinsam gefeierte, insgesamt 15 Tage dauernde Fest des Esala-Vollmonds im Juli/August mit nächtlichen Prozessionen ist eines der bedeutendsten in Asien und in der Ausformung ist sicher weltweit nichts Vergleichbares zu finden. Wir erleben an diesem Abend das religiöse Leben in Sri Lanka hautnah im wahrsten Sinn des Wortes. Auf den Gehsteigen entlang der Prozessionsstraße drängen sich die Menschen stehend und sitzend aneinander. Zur Straße hin abgesperrt sind die Gehwege somit „unpassierbar“, was uns auch so angekündigt worden ist und jedenfalls nichts für jemanden, der größere Menschenansammlungen scheut. Um ca. 19.30 Uhr, eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang, tauchen die ersten Elefanten auf und ab 8 Uhr ist für einige Stunden Dauershow. Eine Unmenge an Feuerjongleuren, Musikanten, Fackelträgern und … natürlich prächtig geschmückten Elefanten ziehen an uns vorüber – ein unvergleichliches Erlebnis. Mit der Besichtigung des „Zahntempels“ Sri Dalada Maligawa am Vormittag des folgenden Tages endet unser „Sri-Lanka-Intensivkulturprogramm“. Der Tempel beherbergt unter anderem die heiligste Reliquie, einen Zahn Buddhas, den wir allerdings nicht zu Gesicht bekommen. Ein Nachmittagsspaziergang im Royal Botanic Garden in Peradeniya nicht weit von Kandy, unter Baumriesen und auf Tuchfühlung mit tausenden Riesenflughunden, stimmt uns ein, bevor wir uns in den folgenden Tagen der Natur und Bergwelt Sri Lankas zuwenden.

Fortsetzung folgt ...

Von einem erhöhten Standpunkt aus hat man einen guten Blick auf den angelegten See und das Stadtzentrum. Im Bild rechts am Ufer befindet sich der Gebäudekomplex des Zahntempels (Sri Dalada Maligawa).