Pixel oder dpi?

In der analogen Welt gibt es Menschen, wie beispielsweise den Berliner Maler, Grafiker und Plastiker Horst Bartnig, die sich zeitlebens mit den geometrischen Formen auseinedersetzen.

Lebensnotwendig im wahren Sinn sind sie nicht, in unserer Gesellschaft der Digitalisierung bekommen sie jedoch immer mehr Bedeutung. In der analogen Welt der Künstler und Grafiker waren und sind die geometrischen Formen und Farbkästchen wichtiges Lehr- und Gestaltungsmittel. Bedrohung wie in dem Hollywood-Film „Pixels“ aus dem Jahr 2015 sollten sie wohl nicht werden. Der Film bezieht sich auf die pixeligen ersten Computerspiele und deren Protagonisten, die als Invasion wie Außerirdische über die Erde hereinbrechen, und ist für meinen Geschmack ganz witzig inszeniert. Will man etwas mit Fotos anstellen, werden die Quadrate immer bedeutender und zu wenige davon werden zum Problem.

Wenn man professionell mit digitalen Bildern arbeitet und Druckprodukte erstellen will, ist man schneller mit unzureichender Bildauflösung konfrontiert als man glaubt. Nämlich dann, wenn es um dokumentarisches Bildmaterial geht, das nicht von Fotografen kommt, sondern von Artikel-Autoren und aus deren Umfeld. Da gibt es große Unterschiede im Verständnis der Materie. Manch einer glaubt, wenn das Bild am Computer in 9 x 3 cm Größe gut aussieht, wird man doch im Magazin oder Buch eine Doppelseite damit schmücken können. Nicht verwunderlich, dass man mitunter auf Unverständnis stößt, wenn man um höher aufgelöste Daten bittet.

Ich höre gelegentlich, das Bild habe ja 300 dpi (dots per inch); ppi (pixel per inch) wäre im Fall einer Bilddatei übrigens der treffendere Wertbegriff. Das stimmt, 300 ppi sind der Richtwert für druckfähige Auflösung. Dieser Wert ist aber ohne Größenangabe des Bilds unbrauchbar. Ein Bild mit 4 x 3 cm Größe und 300 ppi ist eben nur in maximal dieser Größe (+ etwas Spielraum) druckfähig. Das gilt mal grundsätzlich. Nun kann man natürlich Bilder hochskalieren, also vergrößern und die Pixelanzahl erhöhen. Das geht bei sehr geringen Abmessungen schon mal nicht besonders gut, weil zu wenige Details vorhanden sind und auch bei größeren Dateien nur bedingt. Als Richtwert gelten hier etwa 200 Prozent der Originalgröße. Die Software versucht dabei so gut wie möglich, zwischen angrenzenden Pixeln Zwischentöne zu erzeugen.

Nicht das Foto ist hier für die pixelige Wirkung der Giraffe verantwortlich ...
Pixel
Pixel

Um dpi (ppi) und Größe festzustellen, muss man das Bild allerdings in einschlägiger Software öffnen. Einerseits aufwändig und andererseits für Laien nicht sehr praktikabel. Vor einiger Zeit habe ich für einen Auftraggeber einen einfachen Schlachtplan entwickelt, wie die technisch unbelasteten Mitarbeiter beim Dateneingang schon mal grob vorprüfen können. Hier kommen also die Pixel ins Spiel. Windows und Apple „Verwaltungs-Software“ zeigt ohne Aufwand die Pixel von Bilddateien gängiger Datenformate an. Die Gesamtanzahl des Flächenmaßes, die sogenannten Megapixel (MP, Millionen Pixel), ist schon mal hilfreich. Angezeigt bekommt man in der Regel aber Breite x Höhe; z. B. 4000 x 3000 Pixel ergeben schon mal ganz passable 12 MP. Dieser Pixel-Wert ist ein tatsächlicher Wert, der sich auf die Maßeinheit inch (1 inch = 2,54 cm) bezieht, also eine Relation zur linearen Dimension beinhaltet. Klingt jetzt nicht einfach, ist es aber in der Umsetzung: Der Laie nimmt die 4000 x 3000 Pixel, setzt jeweils von rechts nach zwei Stellen ein Komma, und erhält jetzt mit 40,00 x 30,00 (cm) ein Maß, das man als mögliche Darstellungsgröße heranziehen kann. Es entspricht allerdings bei dieser Größe einer Auflösungsqualität von 254 dpi (vom inch-Wert abgeleitet). Wer es ganz genau wissen möchte, kann das dann auf 300 dpi umrechnen (gerundet 34 x 25 cm). Klaro?

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