Anuradhapura – die erste Hauptstadt Sri Lankas

Die älteste Hauptstadt Sri Lankas wurde im 4. Jh. v. Chr. gegründet und war ca. 1300 Jahre lang politisches und religiöses Zentrum verschiedener Königsdynastien, bis sie im Jahr 993 von den Chola zerstört und daraufhin verlassen wurde. Heute ist sie Hauptstadt der Nord-Zentralprovinz.

Die alten Königsstädte sind sehr weitläufig. Durch die längere Anfahrtszeit und zuvor noch den Ausflug nach Mihintale werden wir diesen ersten Tag bis zur Dunkelheit unterwegs sein, so dass wir die letzten besichtigten Anlagen bei stimmungsvoller Beleuchtung erleben. Derart lange „Sightseeing-Tage“ sollen allerdings kein Dauerzustand werden, schließlich sind wir ja auch irgendwie in Urlaub.

Isurumuniya Felsentempel

Dies ist der Ort, an dem der mythische Pulasthi Rishi leben soll und an dem der mythische König Ravana geboren wurde. Der Tempel wurde von König Devanampiya Tissa (307–267 v. Chr.), der in Anuradhapura regierte, errichtet.

Sri Maha Bodhi (Bodhi Baum)

Der heiligste Baum Sri Lankas ist in ganz Südostasien unter diesem Namen als Baum der Erkenntnis und der Erleuchtung bekannt.

Sie beten zum Bodhi Baum.

Als wir vom Bodhi Baum weiter in Richtung Stadt gehen wollen, ist der Weg plötzlich blockiert. Wir treffen auf eine Festprozession. Das Außergewöhnliche ist die scheinbar endlose buddhistische Flagge, die von den Teilnehmern getragen wird. Wir folgen der Prozession einige Minuten bis zum gewaltigen Ruwanwelisaya Stupa und noch immer ist kein Ende in Sicht. Dort angekommen, wollen wir auf die andere Seite und trauen uns schließlich nach fragenden Gesten, darunter durchzuschlüpfen.

Ruwanwelisaya Stupa

Der fast 100 Meter hohe Stupa ist ausgesprochen imposant und zugleich der älteste Sri Lankas. Er scheint das Ziel der Prozession zu sein.

Loha Pasada Palast

Von dem Palast stehen auch nur noch die Grundmauern und ein paar Pfeiler. Bewundernswert ist jedoch der Monstein vor einem der Gebäude.

Der gut erhaltene Mondstein ist Symbol für den Übergang von der materiellen zur sinnlichen Welt. Die verdeckte Seite unter der Treppe soll den Teil der menschlichen Existenz darstellen, der sich der Kontrolle entzieht.

Abhayagiri Stupa

In Mihintale waren wir etwas länger als geplant, was uns in Anuradhapura etwas in Zeitnot bringt. Die Anlage ist weitläufig und hat viel zu bieten. Es beginnt bereits zu dämmern und an der Zufahrt zu der beeindruckenden Anlage des Abhayagiri Stupa hält uns das Wachpersonal auf. Es scheint so, als ob die Besichtigung um diese Zeit nicht mehr möglich ist. Es dauert ein paar wertvolle Minuten, doch kann Sampath sie überreden und wir dürfen auch dieses Highlight betrachten. Wiewohl wir uns allerdings nicht lange aufhalten können.

1997 wurde mit der aufwändigen Restaurierung des gewaltigen Stupa begonnen.
Für nähere Besichtigung bleibt uns leider keine Zeit mehr.

Samdhi Buddha und Jetavanarama Stupa

Beim Verlassen der historischen Stätte stoppen wir noch kurz bei dem Buddha im Mahamevnawa Park und dem Stupa. Bei beiden ist bereits Langzeitbelichtung nötig, beim Stupa sind es schon etliche Sekunden. Schließlich – mittlerweile ist es schwarze Nacht geworden – erreichen wir unsere Unterkunft in Anuradhapura. In aller Eile begeben wir uns zum Abendessen im Hotel und fallen anschließend ziemlich schnell um.

Der richtig lange Tag war eine Prüfung für uns alle und es wird festgestellt, dass das jedenfalls in dieser Ausprägung eher ein Einzelfall bleiben soll. Am folgenden Tag werden wir tatsächlich deutlich entschleunigt unterwegs sein.