Sri Lanka – im Land des Tees

Unser Reiseziel-Brainstorming hat Sri Lanka als Ergebnis hervorgebracht. Nicht weil wir es gerade für „aktuell“ halten. Wir hatten zuerst Laos in der engeren Wahl. Nachdem wir jedoch wieder in den Sommerferien reisen, schied es aufgrund der Regenzeit-Periode aus, denn die kann in Laos alle Pläne durchkreuzen. Auf Sri Lanka herrscht aufgrund der Nähe zum Äquator ein relativ gemäßigtes Klima, das allerdings dennoch recht unterschiedlich ausfallen kann, je nachdem, wo man sich auf der Insel befindet. Die Meersströmungen rund um die Insel sind dafür verantwortlich. Nachdem wir den Sri-Lanka-Entschluss gefasst haben, stellen wir allerdings fest, DASS es gerade aktuell ist. Auf einmal erfahren wir von dem einen oder anderen in unserer Umgebung, der gerade dort war oder noch im selben Jahr die Reise antreten will. Und: Als wir unserer Tochter unser Ziel mitteilen, stellt Sie trocken fest, „wir auch“. Aber dazu später.

Wir sind bisher vorwiegend individuell gereist. Nach gründlichen Recherchen haben wir im Sinne der Flexibilität zur Fortbewegung meist Mietwagen ins Auge gefasst. Schien ein Land nicht ideal, der Straßenverkehr zu gefährlich oder sonstige Erschwernisse, wählten wir Alternativen. So ist es hier. In Asien, das habe ich bereits in Thailand erfahren, ist der Straßenverkehr nach unserem Empfinden chaotisch und die Verständigung oft nicht leicht. Die englische Sprache ist nicht verbreitet, jedenfalls, wenn man in ländliche Gebiete kommt. Infolge der Kolonialzeit, die Sri Lanka hinter sich hat, ist das dort wohl nicht so dramatisch. Doch hat sich die Entscheidung, einen lokalen Tourismus-Unternehmer zu suchen und zu viert im Kleinbus mit Chauffeur, zugleich Tour-Guide, das Land zu erkunden, als ausgezeichnete Wahl erwiesen.

Am Straßenverkehr nehmen durchaus auch Elefanten teil.
Sri Lanka – kulturelle und klimatische Vielfalt an der Südspitze Indiens
  • Mihintale – Geburtsstätte des Buddhismus in Sri Lanka
  • Anuradhapura – die erste Hauptstadt Sri Lankas
  • Ritigala – Tempelanlage im Dschungel
  • Polonnaruwa – zweite Hauptstadt Sri Lankas
  • Sigiriya – Festung auf dem Löwenfelsen
  • Dambulla – die bedeutendsten Felsentempel der Region
  • Kandy – die letzte Hauptstadt der Singhalesen
  • Horton Plains – Nationalpark im Hochland
  • Mit dem Zug von Nanuoya nach Ella
  • Game Drive im Yala Nationalpark
  • Weligama Bay, Galle, Hikkaduwa – an der Küste im SW
  • Colombo – kurzer Streifzug durch die Hauptstadt

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Ankunft in Negombo

Nach ca. 14 Stunden Reisezeit über Dubai kommen wir an und sind relativ schnell im nicht weit vom Flughafen entfernten Negombo, Start und Ziel unserer Reise. Die Stadt an der Westküste, 40 km nördlich der Hauptstadt Colombo, hat heute über 120 000 Einwohner und wurde nach der Einnahme der Hauptstadt durch die Portugiesen 1505 bereits früh kolonisiert (bis heute sehr hoher Anteil an Katholiken). Durch die Nähe zum Flughafen Bandaranaike in Katunayake erfuhr Negombo früh touristischen Aufschwung, ist heute aber von Orten weiter südlich weit abgeschlagen.

Wir sind am Nachmittag angekommen und haben unser Hotel in Strandnähe bezogen. Nach einem gemeinsamen Abendessen mit Shiran von srilankatravelpartner.com und unserem Tour-Guide Sampath de Silva (sampath-tours.com) fallen wir nach dem langen Flug müde ins Bett. Am folgenden Morgen wollen wir nicht allzu früh starten und werden Gelegenheit zu einem kurzen Spaziergang am Meer haben.

Unser schlichtes, gutes Hotel für eine Nacht, das Maple Leaf, dessen Name eher nach Kanada passen würde.
Eine Gattung hat gerade Saison im Westen: Moskitos, die das nicht ungefährliche Denguefieber übertragen. Was da gerade in den flachen Kanal, die Brutstätte der Biester, gesprüht wird, wissen wir nicht.

Entdeckt habe ich diesen Reiseveranstalter srilankatravelpartner.com bei meinen Recherchen im Internet. Ein deutscher Urlauber hatte einen Reisebericht auf einem Portal, das es übrigens inzwischen nicht mehr gibt (wurde von Social Media überholt), veröffentlicht. Über deutsche Partner-Veranstalter bietet er ebenfalls die Leistungen an, doch wollte ich den Umweg vermeiden und direkt mit ihm verhandeln. Mit meinen Reisekollegen und Shiran stimmte ich die Route ab und es wurde alles fixiert. Und um gleich vorzugreifen: Die gesamte Reise hat, soweit es in der Macht der Organisatoren stand, reibungslos funktioniert. Nur das Wetter, das aufgrund der Meeres-Strömungen rund um die kleine Insel sehr unterschiedlich ist, hat nicht überall mitgespielt.

Strandspaziergang

Direkt neben dem Hotelzugang ist ein Friedhof. Wir überqueren die moderat befahrene Küstenstraße und zwischen zwei Häusern hindurch sind wir bereis am Strand. Im Sand unter Palmen treten wir fast auf eine tote Krähe. Sofort fällt mir ein Beitrag des genialen österreichischen Kabarettisten Michael Niavarani ein: „Mango Juice auf den Malediven“. Hier der Youtube-Link, der hoffentlich noch lange online sein wird. „... the crow is dead ...“ – einfach zum Zerkugeln.

Am Strand ist nicht viel los. Die Strandhotels sehen relativ verlassen aus, einerseits sicher deshalb, weil jetzt im Westen nicht die Badesaison, vielleicht aber tatsächlich auch, weil Negombo nicht mehr so angesagt ist. Ein paar Fischer reparieren ihre Netzte und plaudern, umkreist von einigen Crows, die hoffen, dass etwas für sie abfällt. Es scheint nichts zu holen zu sein; vielleicht bringen andere, die gerade auf See sind, etwas mit. Wir müssen zurück zum Hotel, unsere Tour beginnt in Kürze.

„... the crow is dead ...“

Unterwegs ...

Ein paar Impressionen auf dem Weg nach Mihintale und Anuradhapura: Wir lernen den Straßenverkehr in Sri Lanka kennen. Linksverkehr ist das geringere Problem. Es wirkt alles etwas durcheinander und auch die schwächsten Teilnehmer, Fußgänger, Radfahrer, Rinder und Hunde, sind irgendwie mittendrin. Letztere auf eine Art und Weise, die uns verblüfft. Sie überqueren stark befahrene Straßen problemlos und in einer unglaublichen Ruhe. Sie brauchen keine Verkehrsregeln, denn sie lernen die ungeschriebenen Gesetze offenbar von klein auf. Pause für eine Trink-Kokosnuss (eine Art mit weniger Fruchtfleisch), kurzer Stopp beim ersten größeren Reisfeld und Mittagspause mit Curries und gebratenem Fisch. Dann steuern wir, Anuradhapura vorerst links liegen lassend, Mihintale an.

Überholmanöver wirken für uns oft wie Zeitlupe, wir würden manchmal gern aufs Gas steigen. Aber sie wissen was sie tun, es geht sich immer aus.